Hessen aktiv: CO2-neutrale Landesverwaltung

Energiespartipp im Februar

Im Büro wird gespart, zu Hause verbrauchen Sie weiterhin zu viel Energie und Wasser?

Energieverbrauch der Haushalte
Deutsche Haushalte sind mit 29% für einen Großteil der in Deutschland verbrauchten Endenergie verantwortlich. 75% diese Energie wird für die Raumwärme, 12% für Warmwasser und 13% für Elekt-rogeräte und Beleuchtung genutzt.
 

Quelle: BMWi, 2009

Dabei ist der Heizenergiebedarf der Haushalte laut Statistischem Bundesamt in den letzten Jahren stark gesunken und lag im Jahr 2009 knapp 10% unter dem Niveau von 2005. Auch der Strombedarf verringerte sich im Zeitraum von 2005 bis 2009 um insgesamt 2%. In bestimmten Anwendungsbereichen ist der Stromverbrauch hingegen gestiegen. Für Kochen und Bügeln (+ 4,3%) und für den Betrieb elektrischer Haushalts- und Kommunikationsgeräte (+ 6,0%) setzten Haushalte im Jahr 2009 mehr Energie ein als noch 2005.

Der Rückgang im Energieverbrauch der Haushalte wird v.a. auf eine verbesserte Wärmedämmung und Heiztechnik und als Ergebnis von Einsparungen der Haushalte u.a. auf Grund der deutlichen Preissteigerungen im Energiesektor zurückgeführt.
Und diese Anstrengungen lohnen sich. Mit jeder eingesparten Kilowattstunde Strom werden in Deutschland rund 600 Gramm weniger Kohlendioxid verbraucht. Wechseln Sie zudem zu einem Ökostrom-Anbieter, würden Sie die Emissionen sogar weiter reduzieren.

CO2-Ausstoß, CO2-Einsparungen…
hier ein paar Fakten zu dem Treibhausgas CO2.


Jeder Einwohner Deutschlands trägt im Schnitt mit ca. elf bis zwölf Tonnen Kohlendioxid pro Jahr zum Klimawandel bei. Im Vergleich dazu ist ein US-Bürger mit einem Anteil von ca. 20 Tonnen für einen wesentlich höheren Emissionsausstoß verantwortlich, in China hingegen werden nur ca. 3,2 Tonnen CO2 jährlich pro Kopf emittiert.
Die Verteilung der durchschnittlichen 11 Tonnen Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland setzt sich aus den Bereichen Wohnen, Verkehr, Konsum, Ernährung und Allgemeinheit zusammen. Der Bereich Wohnen (Strom und Heizung) ist für 25% der durchschnittlichen CO2-Emissionen eines Deutschen verantwortlich.
 

Quelle: Öko-Institut, 2010

Unsere Energiespartipps fürs Büro (Standby-Verluste, Heizen + Lüften, Wasser und Beleuchtung) können Sie natürlich auch zu Hause anwenden und so Energie und Wasser einsparen. Unser Februar-Tipp liefert Ihnen darüber hinaus noch weitere Informationen zum Thema Energieeffizienz in Haushalten.

 

Energieeffizient Waschen…
Ganz einfach.

Wussten Sie dass das 40°C-Waschprogramm gegenüber dem 60°C-Waschprogramm eine Energieeinsparung von ca. 50 % einbringt? Bei normal verschmutzter Wäsche reicht das 40°C-Waschprogramm völlig aus.
Als goldene Regel beim Waschen gilt: Beladen Sie Ihre Waschmaschine immer voll, denn auch bei modernen Maschinen mit Mengenautomatik (1/2 Sparprogrammen) wird mit halb voller Maschine nur 1/3 der Energie und nicht die Hälfte eingespart. Eine volle Wäschetrommel hingegen spart Wasser und Energie.
Ca. 1/3 der deutschen Haushalte besitzt einen Wäschetrockner. Wäschetrockner sollten so wenig wie möglich eingesetzt werden. Häufig sind noch Wäschetrockner mit der Effizienzklasse C im Einsatz und auch im Handel. Deren Stromverbrauch ist enorm: Zum Trocknen von einer Waschladung benötigen diese Wäschetrockner ca. 3,5 kWh. Bei dreimaligen Einsatz in der Woche summiert sich das auf 546 kWh und somit auf Stromkosten von ca. 109 € und einem CO2-Ausstoß von 336 kg im Jahr. Wäsche sollte daher, sofern möglich, an der frischen Luft getrocknet werden - Sie schützen die Umwelt, sparen Geld und schonen außerdem Ihre Kleidung.

 

Die Energiesparlampe…
Richtig ausgewählt und entsorgt.

Die Energiesparlampe sollte nicht nur im Büro, sondern auch zu Hause ihren Einsatz finden. Auch wenn die Energiesparlampen teurer als herkömmliche Glühlampen sind, die Anschaffungskosten zahlen sich auf Grund der geringeren Folgekosten aus.

Das teilweise schlechte Image der Energiesparlampe hat sich mittlerweile überholt:

  • Vorurteil „Kaltes Licht“: In den ersten Jahren der Energiesparlampe waren die erhältlichen Lichtfarben grell und kalt. Mittlerweile finden Sie im Handel Energiesparlampen mit „warmweißer“ Lichtfarbe. Wie warm oder kalt das Licht ist, hängt von der Farbtemperatur ab. Diese wird in Kelvin gemessen. Das gewohnte warmweiße Licht entspricht 2.700 Kelvin. Auf der Verpackung stehen Angaben wie: „warmweiß“, „warm white“, „ww“ „827“ oder „927“.
  • Vorurteil „Teuer“: In der Anschaffung ist die Glühlampe billiger als eine Energiesparlampe. Da Energiesparlampen allerdings häufig eine acht Mal längere Lebensdauer haben und zudem nur 1/5 der Energie verbrauchen, rechnet sich die Anschaffung auf Grund der niedrigeren Folgekosten.
  • Vorurteil „Geringe Schaltfestigkeit“: Hochwertige Energiesparlampen haben ein elektronisches Vorschaltgerät, so dass die Lampe ca. eine Sekunde nach dem Einschalten flackerfrei startet. Diese Lampen sind extrem schaltfest und es ist daher effizienter, die Lampen auszuschalten und nicht, wie häufig angenommen, brennen zu lassen. Tests haben gezeigt, dass die Energiesparlampe auch bei konstanten aus- und einschalten eine Lebensdauer von 15.000 Betriebsstunden aufweist. Eine Glühlampe hingegen hört schon nach 1.000 Betriebsstunden auf zu brennen.
  • Vorurteil „Hoher Energieaufwand in Herstellung und Entsorgung“: Im Gegensatz zu der Glühlampe schneiden Energiesparlampen außerdem besser bezüglich des benötigten Energieaufwands in der Herstellung und Entsorgung ab und sind somit insgesamt als energieeffizient einzustufen.

Wichtig ist es, beim Kauf der Energiesparlampe auf qualitativ hochwertige Produkte zu achten. Nur gute Energiesparlampen erfüllen die wichtigen Kriterien von langer Lebensdauer und Schaltfestigkeit. Greifen Sie daher bei der Energiesparlampe nicht einfach zu, sondern informieren sich vorab, welche Lampe gute Ergebnisse für Ihre Zwecke liefert. Informationen zur richtigen Lampenwahl erhalten Sie z.B. bei Stiftung Warentest (www.test.de).

Besonders wichtig: Energiesparlampen richtig entsorgen
Nur ca. 10,5% der Haushalte entsorgen Energiesparlampen richtig: Energiesparlampen erhalten giftiges Quecksilber und müssen somit fachgerecht recycelt werden. Bitte geben Sie ihre Energiesparlampen daher an Sammelstellen (Wertstoffhöfe, Baumärkte etc.) ab. Die nächste Sammelstelle in Ihrer Nähe finden Sie unter: http://www.lichtzeichen.de/sammelstellen.html.

 

Standby-Modus…
Auch im Haushalt von Bedeutung!

Immer wieder ist die Rede vom Standby-Verbrauch. Zu Recht, denn schalten wir diesen unnötigen Verbrauch aus, können wir komplett ohne Komfortverlust Energie einsparen. Allein in Deutschland macht der Standby-Verlust 11 % des Stromverbrauchs in Haushalten aus. Im Haushalt ist vor allem die Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik für hohe Standby-Kosten verantwortlich.

Unsere Beispielrechnung zeigt es: Ein alter Fernseher verbraucht im Standby ca. 10 Watt, eine Hi-Fi-Anlage ca. 20 Watt, ein Radio ca. zwei Watt, ein Radiowecker ca. 1,5 Watt und ein DVD Player ca. zwei Watt. Trennen wir diese Geräte zu Hause nicht vom Netz, entstehen beachtliche Kosten von ca. 57,00 € im Jahr.

Gerät    Standby-Verbrauch    h pro Tag    Verbrauch kWh/a          Kosten               CO2-Emissionen

                                                    Standby                                               (0,20€/kWh)             (0,616 kg/kWh)
TV               10 Wh                           22                      80,36                           16,07 €                       49,50 kg

Hi-Fi             20 Wh                           22                    160,71                          32,14 €                        99,00 kg

Radio             2 Wh                          23                      16,80                            3,36 €                         10,35 kg

Wecker      1,5  Wh                         23,5                    12,88                            2,58 €                           7,93 kg

DVD               2 Wh                          22                      16,07                            3,21 €                           9,90 kg

Total                                                                        268,81                          57,36 €                       176,68 kg

 

Es lohnt sich also auch finanziell, dem Standby-Verbrauch auf die Spur zu kommen!

 
Margot Kessler / pixelio.de

Informieren Sie sich bei Neuanschaffungen vor dem Kauf über den Stromverbrauch des Gerätes!

Es lohnt sich, beim Kauf eines neuen Gerätes auf den Stromverbrauch zu achten. Ein in der Anschaffung billiges Produkt kann schnell unnötige Folgekosten verursachen, wenn es im Betrieb zu viel Energie ver-braucht.

Im Internet finden Sie hilfreiche Adressen, die über energieeffiziente Geräte informieren:

- http://www.ecotopten.de/
Das Öko-Institut erstellt regelmäßig aktualisierte Produktempfehlungen in zehn Bereichen (u. a. für die Bereiche Kochen, Spülen, Kühlen, Informieren, Fernsehen, Wohnen)

- http://www.blauer-engel.de/
Der Blaue Engel zeichnet umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen aus, die von einer un-abhängigen Jury nach definierten Kriterien beschlossen werden.

 

Orientieren Sie sich beim privaten Kauf von Geräten außerdem an Energie- und Umweltlabels, diese zeigen an welche Geräte eine niedrige Leistungsaufnahme in den verschiedenen Betriebszuständen haben. Bekannte Labels sind:

 

  • „Energy Star“: Weltweit werden Bürogeräte mit einer niedrigen Leistungsaufnahme mit dem Energy Star-Zeichen gekennzeichnet. Die Europäische Kommission und das US-EPA definieren die Kriterien für die erfassten Geräte zusammen.

  • Der „Blaue Engel“ ist das älteste und bekannteste Umweltzeichen, das von den für Umweltschutz zuständigen Ministerien des Bundes und der Länder gegründet wurde. Ausgezeichnet werden Pro-dukte, die im Vergleich zu nicht gelabelten Produkten auf dem Markt deutlich weniger umweltbelastend sind. Im Bereich Bürogeräte existieren Kriterienkataloge für fast alle gängigen Produkte mit Ausnahme der Scanner. Die Richtwerte in Bezug auf die Leistungsaufnahmen sind, ebenso wie die Umweltkriterien, häufig sehr streng und engagiert. Überwiegend wird der Standby Modus erfasst.

  • Seit 1992 wird das „Eco-Label“ in den Mitgliedstaaten der EU sowie weiteren europäischen Staaten vergeben. Herausgeber ist die Europäische Kommission. Für die Vergabe in Deutschland sind das Umweltbundesamt und der RAL, das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V., zuständig. Das Europäische Umweltzeichen ist das europäische Pendant zum „Blauen Engel“ und mittlerweile in ganz Europa bekannt. Gegenwärtig wird das Umweltzeichen in 23 Produktgruppen vergeben, im Bereich Bürogeräte nur für PCs und Laptops. Die Grenzwerte sind strenger als die Anforderungen des „Energy Star“.