Potenziale entfalten: Bildung für Integration in Hessen

Spielplatz-Patenschaften von Jugendlichen in Mörfelden-Walldorf

Der Hintergrund

Vom Frühling bis in den Herbst hinein halten sich auf Kinderspielplätzen in Mörfelden-Walldorf vermehrt männliche Jugendliche im Alter zwischen 14-17 Jahren überwiegend mit türkischer Zuwanderungsbiografie auf. Bei der Nutzung der Spielplätze durch die Jugendlichen kommt es leider immer wieder zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie Vermüllung und Sachbeschädigung. Zudem verursachen diese unterschiedlich großen Gruppierungen teilweise einen beträchtlichen Geräuschpegel durch Handys, Balgereien mit lautstarken Äußerungen etc. Weitere Folgen sind:

  • Verärgerung der Eltern von Kleinkindern
  • steigende Unfall -und Verletzungsgefahr durch Glasscherben und andere Gegenstände
  • Zigarettenkippen in großer Anzahl, die jedoch nicht ausschließlich von Jugendlichen dort hinterlassen werden
  • Vorurteilsbildung der Anwohner und Nutzer gegenüber den Jugendlichen generell und speziell gegen nicht deutschstämmige Jugendliche
  • Kommunikationsprobleme zwischen Nachbarn, Spielplatznutzern und den Jugendlichen


Die Ziele

Geplant ist, die Jugendlichen dafür zu gewinnen, Verantwortung zu übernehmen und im Sinne des Allgemeinwohls positiv tätig zu werden. Dies soll im Rahmen der Übernahme einer (Spielplatz-)Patenschaft geschehen, in der sich die Jugendlichen verpflichten, für die Nutzbarkeit und Reinhaltung von (Spiel-)Plätzen im Bereich Albrecht-Dürer-Ring / Tizianplatz zu sorgen. Dafür erhalten die Jugendlichen Unterstützung und Hilfen seitens der Stadt, die individuell mit ihnen vereinbart werden. Die Jugendlichen sollen sich durch ihre Tätigkeit, den Zugang zur Teilnahme an Angeboten im Bildungsbereich erarbeiten. Dabei wird möglichst individuell auf die Situation und die Bedürfnisse jedes einzelnen Jugendlichen eingegangen.


Was das Projekt leistet

Die Spielplatz-Patenschaften haben verschiedene positive Auswirkungen:

  • Kontaktaufnahme zu den Jugendlichen und Schaffung einer Vertrauens- und Arbeitsebene
  • Ernstnehmen der Jugendlichen als eigenständige Persönlichkeiten
  • Schaffen eines Problembewusstseins bezüglich des eigenen Verhaltens bei Jugendlichen in Zusammenhang mit der Toleranz in der Bevölkerung
  • Verhaltensalternativen aufzeigen und bieten und dadurch Raum für positive Erfahrungen schaffen
  • Möglichkeiten zur Partizipation schaffen
  • Übernahme von Verantwortung vonseiten der Jugendlichen und Sensibilisierung für das Thema „Vermüllung“ ihres Lebensraums
  • Schaffung bzw. Erweiterung der Akzeptanz vonseiten der Bevölkerung gegenüber den Jugendlichen

Die Paten erhalten eine „Entlohnung“, die zum einen der Wertschätzung ihrer Person und der von ihnen geleisteten Tätigkeit für das Gemeinwesen dient und zum anderen eine Motivationshilfe darstellt. Diese Entlohnung erhalten die Jugendlichen in Form von Fördermaßnahmen im Bildungsbereich. Sie erhalten z.B. Hilfe bei der Suche nach Praktikumsplätzen in den städtischen Einrichtungen oder Unterstützung und gegebenenfalls Bezuschussung von Maßnahmen zur Verbesserung der schulischen Leistungen sowie der Steigerung der beruflichen Ausbildungschancen. Es können Lehrmittel bereitgestellt werden oder Hilfen bei der Suche und Vermittlung von Weiterbildungsangeboten im PC-Bereich geleistet werden.