Bildung ist der Schlüssel zur Integration. Menschen mit Migrationshintergrund sind ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft, das gilt für das Heute, das gilt mit Blick auf die EU auch für das Morgen. Oberstes Ziel der hessischen Landespolitik muss es sein, diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Das Hessische Kultusministerium setzt verstärkt auf die individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, um so deren Bildungschancen zu erhöhen. Eine gute Bildung ist die Grundlage für gute Karrierechancen. Wer wiederum einen guten Arbeitsplatz hat, der ist zugleich deutlich besser in die Gesellschaft integriert.
Somit ist Sprache ebenfalls ein Schlüssel zur Integration. Seit 1999 haben CDU und FDP Maßnahmen zur Sprachförderung für alle Kinder konsequent ausgebaut. Hessen hat schon 2002 als erstes Bundesland so genannte Vorlaufkurse eingeführt, in denen Kinder bereits im Kindergartenalter auf ihre Deutschkenntnisse überprüft und nach Bedarf entsprechend gefördert werden. Dies ist ein kostenloses Angebot für alle Kinder, die noch Sprachschwierigkeiten haben, um sie besser auf die Schule vorzubereiten.
Die Zahl der Deutsch-Förderkurse hat sich zwischen den Jahren 2000 und 2009 mehr als verdreifacht. Sie liegt mittlerweile bei 10.594 Kursen. Auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die an Deutsch-Fördermaßnahmen teilgenommen haben, hat sich zwischen den Jahren 2000 und 2009 ebenfalls mehr als verdreifacht. So haben 2008/2009 rund 80.000 Schülerinnen und Schüler, Förderung erhalten.
Als Kultusministerin liegt es mir besonders am Herzen, gemeinsam mit allen Beteiligten das bestmögliche Ergebnis für die Bildung unserer Kinder zu erreichen. Dabei steht für uns im Vordergrund, dass alle Kinder und Jugendlichen – ob mit oder ohne Migrationshintergrund - die gleichen Chancen auf Bildung haben und in hessischen Schulen eine optimale begabungsgerechte Förderung erhalten. Dafür setzen wir auf ein vielfältiges Schulsystem, das Eltern Wahlfreiheit gewährt. Zudem darf kein Schulabschluss ohne Anschluss bleiben, es muss vielfältige Wege geben, die Schülerinnen und Schülern entsprechende Möglichkeiten eröffnen, sich zu entwickeln und die eigenen Lebensziele zu verwirklichen.
Ganztagesangebote bieten die besten Voraussetzungen für eine individuelle Förderung. Die Hessische Landesregierung sieht in dem Ausbau der Ganztagsschulen eine Perspektive für die Zukunft. Schülerinnen und Schüler wünschen sich mehr Unterstützung durch Lehrkräfte, Hilfe bei den Hausaufgaben sowie zusätzliche Herausforderungen fürs Lernen, individuelle Förderung und Beratung und eine abwechslungsreiche Betreuung auch am Nachmittag.
Das Land Hessen engagiert sich zum Schuljahr 2009/2010 mit rund 52 Millionen Euro jährlich im Ausbau der schulischen Ganztagsangebote. Schritt für Schritt werden Schulen mit pädagogischer Mittagsbetreuung sowie offenen, teilgebundenen und gebundenen Bildungs- und Betreuungsangeboten am Nachmittag geschaffen. Im Schuljahr 2009/2010 verfügen in Hessen insgesamt 650 Schulen über ein Ganztagsangebot. Das sind 122 Schulen mehr als im Vorjahr, unter ihnen die Schulen mit verkürztem gymnasialem Bildungsgang. Damit hat sich die Zahl der ganztägig arbeitenden Schulen in Hessen gegenüber dem Jahr 1999 fast verfünffacht.
Durch diese und weitere Fördermaßnahmen im Bildungsbereich werden Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund vorbildlich gefördert und ein fester Bestandteil der Gesellschaft.
